Mithilfe gesucht!

 

Aufruf: Mithilfe beim DFG-geförderten bundesweitem Projekt „Vogelfang im Maisfeld“

Das im Jahr 2016 gestartete Projekt wird nun für drei Jahre von Seiten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Die Gutachter haben ausdrücklich die Vorarbeiten gewürdigt, die durch zahlreiche ehrenamtliche Beringer*innen an mittlerweile 25 Standorten in ganz Deutschland erfolgten. Dies war mithin ausschlaggebend für die jetzt bewilligte Förderung durch die DFG, die u.a. eine Doktorandenstelle beinhaltet.

Ziel des Projektes ist es, belastbare Daten zur Bedeutung des Maisanbaus als Lebensraum für Singvögel im Sommer und Herbst zu erheben. Hierbei soll herausgefunden werden, ob in Abhängigkeit von der Landschaftskonfiguration (Anteil an Maisanbaufläche und Flächenanteil an gehölzbestandenen Flächen der Umgebung) Maisfelder für Vögel förderlich oder nachteilig sind. Mittlerweile werden auf 7,6 % der Gesamtfläche Deutschlands Mais angebaut. Unklar ist wie Zug- aber auch Standvögel Maisfelder im Sommer und Herbst als Habitat nutzen und diese möglicherweise auch eine wichtige Nahrungsressource darstellen.

Bisher wurde nicht untersucht, welchen Einfluss die Landschaftsumgebung auf das Vorkommen von Vogelarten in Maisfeldern hat und welche Interaktionen bei den Vögeln zwischen Maisfeldern und anderen Lebensräumen bestehen. Daher soll die Erfassung der Anzahl der Arten und Individuen sowie der Aufenthaltsdauer von Vögeln in Maisfeldern mit standardisierten Netzfängen zwischen August und Oktober erfolgen.

Ergänzend soll die Verfügbarkeit von Nahrung in Maisfeldern für Vögel durch die Erfassung der Arthropoden-Biomasse ermittelt werden. Um die exakte Nutzungsdauer von Vögeln in Maisfeldern und mögliche Interaktionen zwischen Maisfeldern und angrenzenden Lebensräumen herauszufinden, soll erstmals eine Raumnutzungsanalyse von ausgewählten Vogelarten mit Hilfe der automatisierten Radiotelemetrie durchgeführt werden. Hiermit können zeitliche Nutzungsmuster und Habitatpräferenzen der Vögel im Mais ermittelt werden. Ein Ergebnis des Projektes wird es sein, Schwellenwerte zum maximalen Flächenanteil des Maisanbaus in einer Region aufzuzeigen bis zu denen die Biodiversität profitiert.

Für den Erfolg des Projektes ist weiterhin eine hohe Anzahl an Beringer*innen entscheidend. Ohne deren Arbeit ist eine ausreichend hohe Stichprobe an Maisfeldern nicht möglich. Aufgrund der Förderung durch die DFG können jetzt erstmals die Netze von Beringer*innen, die am Projekt teilnehmen, großzügig gefördert werden. Beringer*innen, die am Projekt dieses Jahr oder in den Jahren 2022 und 2023 teilnehmen möchten, können sich gerne an Prof. Dr. Thomas Gottschalk (gottschalk@hs-rottenburg.de) wenden.

Ebenso werden für das Projekt für die Sommer 2022 und 2023 erfahrene studentische Hilfskräfte benötigt, die bei der Beringung oder bei der Telemetrie der Vögel im Maisfeld helfen möchten.

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