Praxisseminare: Berichte

 

Übersicht

2020

  • 10.-12. Januar                           13. Praxisseminar Fang von Greifvögeln und Eulen
  • 24.-26. Januar                            3. Praxisseminar Fang von Greifvögeln und Eulen
  • 15./16. August                            Altersbestimmung Gefiedermerkmale & Schädel-Pneumatisation

 

13. Praxisseminar Fang von Greifvögeln und Eulen

 

mit Andreas Goedecke, 10.-12.01.2020, Beinrode (Thüringen)

Das nunmehr 13. Thüringer Greifvogelseminar hat wieder zur vollen Zufriedenheit aller stattgefunden. Ganz, ganz herzlichen Dank an alle Mitorganisatoren und Helfer! Ohne das gesamte, mittlerweile eingespielte Team ist das alles nicht machbar. Das Fangergebnis war überdurchschnittlich mit 12 Mäusebussarden, 13 Turmfalken und 3 Raubwürgern. Besonders interessant war, dass unter den 13 Turmfalken 4 beringte und davon noch 2 Fernfunde waren. Da sieht man, dass sich der Turmfalkenfang lohnt! Ein vorjähriges Weibchen wurde 112 km WNW und ein vorjähriges Männchen 204 km SW vom Geburtsort kontrolliert.

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3. Praxisseminar Fang von Greifvögeln und Eulen

 

mit Nico Stenschke, 24.-26.01.2020, Dabrun (Sachsen-Anhalt)

Das 3. Greifvogelseminar Sachsen-Anhalts fand 2 Wochen nach dem traditionellen thüringischen Lehrgang statt. Bei frostigen Temperaturen fanden sich 23 Teilnehmer direkt an der Elbe im Gasthaus „Zum Weinberg“ ein; wie angekündigt wurde der Abend mit einem „gemütlichen Abendessen“ und „Kennenlernen bei Kamingeknister“ eingeleitet. Anschließend wurde, nach Vorstellung der „schönsten Aue der Welt“ und ihrer ornithologischen Besonderheiten, über den winterlichen Greifvogelfang und die verschiedenen Fangmethoden berichtet. Nach einem Überblick in Sachen Alters- und Geschlechtsbestimmung der Zielarten sowie der Einteilung der Fanggruppen und –gebiete wurde abschließend mehrheitlich beschlossen, dass (neben dem eigentlichen Tagesfang) der Waldohreulen-Schlafplatzfang auf jeden Fall klappen wird (in der Einladung stand: „keine Garantie, wir geben unser Bestes“), die ersten Fangteamleiter verspürten einen gewissen Druck.

Am Samstag schwärmten 6 hochmotivierte Fangteams aus, der erste Mäusebussard wurde bereits eine halbe Stunde später beringt, mit einem Gewicht von nur 600 g war er einer der Leichtesten an diesem Wochenende. Aufgrund des guten Mäusejahrs und der nicht wirklich winterlichen Landschaft mussten sich einzelne Fangteams ganz schön abmühen, um das am Vorabend erlernte Wissen in die Praxis umzusetzen, dennoch war der Fangerfolg an diesem Tag insgesamt recht gut: Es wurden 10 Mäusebussarde, 1 Turmfalke, 3 Raubwürger und sogar 1 Raufußbussard gefangen und beringt.

Eike Steinborn und sein Fangteam gaben ab 16 Uhr „ihr Bestes“ und bereiteten für alle Teilnehmer den Fang am Waldohreulen-Schlafplatz vor. Während sie danach auf den Merkzettel fürs nächste Jahr „Grog“ schrieben, konnten sich die Eulen mit Einsetzen der Dunkelheit von Nahem anschauen, was daso die ganze Zeit rund um ihren Baum getrieben wurde. Vier von ihnen konnten schließlich zusammen mit den nachrückenden Teams beringt werden –quasi die Zuckerwatte für die Teilnehmer, besonders für diejenigen, die über den gesamten Tag nur 1 bis 2 Fänge verzeichnen konnten.

Der Abend diente der Auswertung der Tagesfänge und eine Zusammenfassung von in Sachsen-Anhalt registrierten Greifvogel-Beringungen und -wiederfunden konnte präsentiert werden. Bei Kaminfeuer und angeregten Gesprächen klang der erste Fangtag aus. Sonntag wurde bis mittags gefangen, zunächst erschwerte dichter Nebel den Fangerfolg. Dennoch konnten noch 3 Mäusebussarde, 2 Turmfalken und 1 Raubwürger beringt werden.

Mit 25 gefangenen Vögeln fand das Seminar somit ein erfolgreiches Ende. Ein ganz großer Dank gilt den Organisatoren des Lehrgangs, besonders Nico Stenschke, sowie den Teamleitern Guido Schmidt, Patrick Herzog, Eike Steinborn, Helmut Brücher, Mark Schönbrodt und Nico Stenschke.

Text: Susanne Kreutzer

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Altersbestimmung anhand von Gefiedermerkmalen & Schädel-Pneumatisation

mit Michael Wimbauer, 15./16.08.2020, Edertal-Mehlen (Nordhessen)

 

In wunderbarer Natur am Nordostrand des Naturparks Kellerwald-Edersee gelegen startete am Wochenende des 15. und 16. August bei strahlendem Sonnenschein ein Seminar zur Altersbestimmung und Schädelpneumatisation. In gemütlicher Atmosphäre und unter Leitung Michael Wimbauers trafen Vogelberinger – und diejenigen, die es noch werden wollten - mit unterschiedlichen Fertigkeiten und Kenntnissen aufeinander. Nach einer kurzen Einleitung waren dann die Netze am ersten Tag gegen 13:00 Uhr auch schnell gespannt und bis zum ersten Kontrollgang wurden alle Fragen rund um das Thema Altersbestimmung eifrig untereinander diskutiert. Die ersten Fänglinge ließen nicht lange auf sich warten und es konnte direkt zum praktischen Teil übergegangen werden. Der Gastgeber erläuterte geduldig alle wichtigen Bestimmungsmerkmale und Vorgehensweisen zur korrekten Altersbestimmung aller gefangenen Vögel und veranschaulichte anhand einiger Mönchsgrasmücken (Sylvia atricapilla) das Phänomen der Schädelpneumatisation. Zu späterer Stunde zeigte sich ein Rauchschwalbenschlafplatz (Hirundo rustica) als besonders fängig und so konnte die gut gelaunte Truppe eine Vielzahl juveniler Schwalben bestaunen und bestimmen.

Am nächsten Tag beendete gegen 05:00 Uhr der Wecker den Schlaf im gemütlichen Goldgräber- Claim. Ein kurzes Frühstück und erneut ging es los in das von Schilfflächen und Buschwerk umsäumten Fanggebiet. Begleitet von Gesängen des Grasfrosches (Rana temporaria) wurden die ersten Fänglinge aus den Netzen geholt. Da die Fangzahlen überschaubar blieben, konnte ausführlich auf die Altersbestimmung von Teich- und Sumpfrohrsängern (Acrocephalus scirpaceus, A. palustris), Grasmücken (Sylviidae) und Gimpel (Pyrrhula pyrrhula), Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus) sowie Rotkehlchen (Erithacus rubecula), Kohlmeise (Parus major), Zilpzalp (Phylloscopus collybita) und vielen anderen Arten mehr eingegangen werden. Der Fang einer juvenilen Krickente (Anas crecca), der zugleich der Nachweis dieser Art als Brutvogel in der Fangfläche bedeutete, rundete den Tag ab. Dank eines erfahrenen und begeisterten Gastgebers und Ornithologen konnte sehr viel Wissen vermittelt, der praktische Umgang mit gefangenen Vögeln eingeübt und mehr Sicherheit in der Altersbestimmung gewonnen werden. Insgesamt konnten 198 Vögel im Rahmen des Praxisseminars gefangen werden. Eine leckere Pizza und zufriedene Gesichter machten dieses Wochenende zu einem gelungenen Moment.

Text: Markus Aßmus

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Ein Eisvogel war auch dabei. – Teilnehmende beim PS Altersbestimmung anhand von Gefiedermerkmalen & Schädel-Pneumatisation auch dabei. (Foto: M. Wimbauer)

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